Bildrauschen – wieso?

Belichtet

Bildrauschen – wieso? 

Bildrauschen © belichtet.net, Stephan Siemon

Was ist Bildrauschen? Wie entsteht es? Wie kann man es vermeiden? Ich wurde schon oft gefragt, wieso das Foto so verrauscht ist und wie man das vermeiden kann. Vorweg: jede digitale Kamera produziert Bildrauschen. Manche mehr, manche weniger, andere rechnen es direkt raus. Kein Chiphersteller ist davor gefeit.

Luminanzrauschen vs. Chrominanzrauschen

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Bildrauschen. Zum Einen das Helligkeitsrauschen (Luminanzrauschen) und zum Anderen das Farbrauschen (Chrominanzrauschen). In beiden Fällen geht es um Störungen der Fotodioden auf dem Sensor. Abweichungen in Farbe und Helligkeit lassen das Rauschen entstehen und je mehr Abweichungen es gibt und je dichter die Dioden auf dem Chip beieinanderliegen, desto stärker fällt das Bildrauschen aus. Man könnte sagen, die lichtempfindlichen Dioden „stören“ sich gegenseitig.

Beispiel für Luminanzrauschen (ISO 1600)
Gleiches Bild, hier aber mit Fabrrauschen… wird oft schon von der Kamera bereinigt

Was begünstigt Bildrauschen?

Pixeldichte
Ein APS-C-Sensor mit 24 Megapixeln hat eine deutlich größere Pixeldichte als ein Vollformatsensor gleicher Auflösung. Die gleiche Anzahl an Pixeln bei kleinerer Sensorfläche bringt die Dioden dichter beisammen und sie stören sich gegenseitig stärker. Auf dem APS-C Sensor ist nur gut ein Drittel der Fläche (ca. 370mm² gegenüber ca. 870mm²) Platz und dies wirkt sich auf das Rauschverhalten des Chips aus.

Lichtempflindlichkeit
Je höher der ISO Wert eingestellt ist, desto empfindlicher reagiert der Chip (bzw. die Dioden) auf Licht. Und desto stärker wird das Luminanzrauschen. Ein ISO Wert von 100 ist somit deutlich rauschärmer als ein Bild, das mit ISO 1600 aufgenommen wurde.

Temperatur
Heißes Wetter verschlimmert das Rauschen durchaus. Oder auch, wenn man den „Chip zum Glühen“ bringt durch viele Langzeitbelichtungen (wie zum Beispiel in der Astrofotografie). Allerdings wird die Technik hier immer besser und es fällt immer weniger ins Gewicht.

Was tun gegen das Rauschen?

Ganz ausschließen kann man das Rauschen nicht und auch wenn die Technik immer besser wird, die Bauart der Bildsensoren bringt es nun mal mit sich. Ich versuche immer die ISO so gering wie möglich zu halten und kompensiere mit mehr Belichtungszeit. Geht nicht immer – das Motiv muss es auch zu lassen. Aber keineswegs überlasse ich der Kameraautomatik die Entscheidung, wie empfindlich der Chip werden soll. Im Notfall suche ich mir ein anderes Motiv.

Nachbearbeitung
Da dies aber nicht immer geht, muss das Rauschen bei der Bildbearbeitung entfernt werden. Und das klappt erstaunlich gut. Beispiel mit Lightroom:

Komplett deaktivierte Rauschfilter in Lightroom
Rauschen deutlich reduziert

Stacking
Ein Thema, das seinen Ursprung in der Astrofotografie hat. Die feinen Details an Nebeln, Galaxien oder dergleichen würden bei nachträglichem Entrauschen verloren gehen. Beim Stacking werden mehrere Bilder aufgenommen. Je mehr, desto besser. Die Bilder werden später übereinandergelegt und das Rauschen rechnet sich dann mehr oder weniger automatisch raus ohne nennenswerte Detailverluste. Vielleicht schaffe ich es, hierzu einen gesonderten Beitrag zu erstellen.

Fazit

ISO Automatik auslassen und probieren, was geht. Finde das gesunde Verhältnis zwischen Entrauschen und Detailverlust. Und gerade wenn es ausreichend hell ist, ISO ganz runter!



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